25 Jugendliche entwickeln ein spannendes, standortbasiertes Handyspiel zu Ungleichheit und ambivalenten Familienbeziehungen.

 Amy, eine junge Frau, wacht in einer beschissenen Welt auf. Ein globaler Krieg hat alles zerstört, Menschen rauben andere Menschen aus, es fehlt am Nötigsten. Noch dazu ist sie von ihrer Mutter getrennt worden und hat Hunger. Ihre beste Freundin hat aber gute Neuigkeiten, sie hat von einer Ecke in der Stadt gehört, wo die Leute solidarisch teilen und sich unterstützen. Dort will Amy hin. Sie kämpft sich einmal quer durch Frankfurt – oder das was davon übrig ist – und hofft insgeheim, ihre Mutter zu finden. Die findet sie auch, aber auch viele andere Dinge heraus…

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„Amys run through hell“ spielt in der nahen Zukunft in einer Postapokalypse Welt, in der das Recht des Stärkeren zählt. Auf der Suche nach ihrer Mutter erfährt sie, dass sie einen Bruder hat und wer ihr Vater ist. Sie rettet ihren Bruder aus einer verzwickten Lage. Der ist beim reichen Vater aufgewachsen und hat ihn verlassen, weil dieser nicht bereit war, seinen Reichtum mit den Armen und Bedürftigen der Welt zu teilen. Daraufhin überfallen sie gemeinsam ihren Vater, klauen dringend benötigte Essensrationen und teilen sie mit den Bedürftige.

Das Spiel verhandelt auf mehreren Ebenen gesellschaftliche Spannungsverhältnisse. Einerseits geht es um Machtverhältnisse in der Familie entlang von Geschlechterverhältnissen. Der Vater hat die Mutter und ihre gemeinsame Tochter verstoßen, weil sie ihm nicht gut genug waren. Die Protagonistin rettet dennoch als starke, aktive und handlungsfähige Person ihren Bruder. Andererseits werden ökonomische Ungleichheitsverhältnisse thematisiert und angeprangert. Im Raub drücken die Teilnehmenden ihren Wunsch und drängendes Verlangen aus, ob der schieren Ungerechtigkeit etwas ändern zu wollen.

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Das Spiel entstand im Rahmen eines politischen Bildungsseminars zu Fragen von gesellschaftlicher Ungleichheit, Diskriminierung und Gerechtigkeit. In Auswertung und Reflexion der Spielerstellung und -erfahrung wurden gesellschaftlichen Probleme herausgearbeitet, die das Spiel zum Ausdruck bringt. Die Teilnehmenden und Spielersteller*innen bringen in dem Spiel ihre eigenen Erfahrungen zum Ausdruck und ihre Frustration, so wenig daran ändern zu können. Heraus kam ein Spiel, dass die Geschichte einer jungen Frau und ihre Auseinandersetzung mit Familie und Gesellschaft in einer hoffnungslosen Welt zeigt – und zeigt, dass solidarisches Handeln sicherlich nicht leicht ist, aber die beste Option ist, die wir haben.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst – Programm „Respekt Coaches“ statt. Die Veranstaltung wurde gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.

Amys run through hell wurde auf Grundlage von Entwürfen der Teilnehmenden professionell illustriert von JustOneWing.


Das Spiel kann in Frankfurt mit der ARIS-App auf iOS gespielt werden:

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Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von basa e.V. zur Verfügung gestellt.

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