Wir luden Multiplikator*innen aus der Bildungsarbeit ein, sich mit Digitalisierung zu beschäftigen. 95% Prozent aller Jugendlichen besitzen ein Smartphone. Es ist für sie eine der wichtigsten Freizeitaktivitäten. Smarte Geräte und digitale Dienste sind ein Teil ihrer Lebenswelt. WhatsApp und Snapchat sind wichtige Orte der Kommunikation. Das Internet bietet zahllose Möglichkeiten des Austauschs, des Neu-Entdeckens und des Lernens. Bildungsarbeit kann an diese Potentiale anknüpfen, junge Menschen in ihren digitalen Suchbewegungen unterstützen und sich selbst neu erfinden.

Als Referent*innen, Moderator*innen und Seminarleitungen stehen wir einem undurchschaubaren Dschungel an technischen Möglichkeiten und Herausforderungen gegenüber. Bildungspraxis, die sich an der Lebenswelt junger Leute orientiert, möchte digitale Lebenswelten verstehen. Es gibt zahllose Apps, Tools, Geräte, die neue Partizipations- und Artikulationsmöglichkeiten bieten, deren sinnvolle Nutzung aber nicht immer so leicht ist. Dazu kommen noch Themen wie Hate Speech online, Datenschutz und Geldfragen.

Mit der Veranstaltung „Digitale Bildungsarbeit“ beschäftigten wir uns mit zentralen Themen von Digitalisierung und ihren gesellschaftlichen Herausforderungen. Dazu gaben wir einen Überblick, wie Jugendliche digitale Dienste nutzen und welche Bedeutung das für die Bildungspraxis hat. Dabei standen insbesondere auch didaktische und politische Fragen auf dem Programm. Unseres Erachtens nach darf Bildungsarbeit, die sich digitaler Tools bedient, nicht einfach belehrender und beurteilender Frontalunterricht in neuem Gewand sein. Digitale Bildungsarbeit in unserem Sinne mit einem kritisch-emanzipatorischen Verständnis heißt, kommunikative und kollaborative Aspekte digitaler Technologien in den Fokus der didaktischen Planung und des pädagogischen Handelns zu setzen. Auch ist es im Sinne von Inklusion nötig, die Unterschiedlichkeit hinsichtlich Nutzungsmöglichkeiten, -erfahrungen, -kompetenzen, -hürden und -barrieren mitzudenken. Es braucht in der Bildungsarbeit eine Reflektion von Geschlechterverhältnissen, Klassismus, Altersdiskriminierung und Barrierefreiheit und ein konsequentes Schaffen von Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Teilhabe. Wir möchten die Nutzung von Geräten, Diensten und Plattformen selbst als politische Frage verstehen, die es immer wieder neu auszuhandeln gilt. Die Art und Weise der Techniknutzung in der Bildungsarbeit ist kein Sachzwang sondern politische Entscheidungen. In diesem Sinne machen wir uns stark für die Einbindung von OER und Open Source in die Bildungsarbeit.

Im Anschluss beschäftigen wir uns praktisch mit drei konkrete Einsatzszenarien von Technik. Neben der Vorstellung von Tools für die technikgestützte Moderation und Teilnehmendenbetreuung (Mindmeister, Sli.do, Polleverywhere, Eveeno, LineUPR), diskutierten wir die Chancen von Apps und Plattformen für die partizipative Seminar- und Projektarbeit (Kahoot, Padlet, WordPress, Trello). Anschließend stellten wir vier weitere Anwendungen vor, die das Kollaborative Arbeiten in Teams vereinfachen (Etherpad, Slack, HackMD, Appear.in).

Die Veranstaltung richtete sich an Multiplikator*innen der schulischen wie außerschulischen (politischen) Bildungspraxis. Die Folien der Veranstaltung stehen hier zum Download zur Verfügung. Bei der Nutzung beachten Sie bitte die entsprechenden Lizenzhinweise. Gerne bieten wir ein- und zweitägige Fortbildungen zu diesem Thema auch für andere Einrichtungen an.

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Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung von Bildungstätte Alte Schule Anspach e.V. (basa) zur Verfügung gestellt.

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