Diese Smart City ist bunt. Das Internet of things, das sie mit Leben füllt, bietet ihren Bewohner*innen viele Annehmlichkeiten. Was aber passiert, wenn alle Entscheidungen in der digitalen Stadt von Maschinen getroffen werden? Welche Vor- und Nachteile bietet der Einsatz von künstlicher Intelligenz und wer übernimmt für was Verantwortung in der smart gesteuerten Stadt? In den Life-Comics „Smarttown“ und „James 004“ haben Teilnehmende des Seminars „If then else, Wenn dann sonst – neue Entwicklungen und Möglichkeiten in der programmierten Gesellschaft“ ihre Recherchen und Diskussionen dazu in Life-Comics verarbeitet und vor Gästen präsentiert.

Einblicke  in die Arbeit dieser und der drei weiteren Werkstattgruppen Schwarz-Weiß-Fotografie, Video und der Maker-Werkstatt bieten vielen Medien, die bei der Auseinandersetzung mit Medien und Digitalisierung entstanden sind: Vom  11.–16.06.2018 stellten sich Auszubildenden zur/zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Louise-Schroeder-Schule/Berlin und der Beruflichen Schule Anckelmannstraße/Hamburg unterschiedliche Fragen zu Gegenwart und Zukunft einer Gesellschaft, in der Algorithmen und Programme zunehmend alle Lebensbereiche durchdringend.

Auch die Maker-Werkstatt setzte sich mit Fragen zur Smart-City auseinander, recherchierte dazu und experimentierte selbst mit Algorithmen, indem die Teilnehmenden z.B. Calliope-Platinen programmierten. Mit Hilfe von MakeyMakeys und der Open Source Programmiersprache Skratch baute die Maker-Werkstattgruppe interaktive Plakate und ein interaktives Quiz, das Fragen der Digitalisierung thematisiert.

Maker-Werkstatt Juni 2018

Ein interaktives Plakate beschäftigte sich mit kritischen Fragestellungen zur Smart City z.B. zu

  • Analoges Leben – ein Auslaufmodell? Geht urbane Lebensqualität verloren? Wird offline unattraktiv und zu teuer für sozial Schwache? Menschliches Miteinander und eigene Sichtweisen können Maschine nicht ersetzen
  • Überwachung: totale Vernetzung in der Smart City? Wo bleibt die Freiheit? Werden wir immer transparenter und die Datenflüsse immer undurchsichtiger?
  • Ungleichheit – smart Governance als zukünftiger Schwachpunkt der Demokratie? Schlechte Infrastruktur und hohe Kosten – Landflucht und soziale Ungleichheit? Konflikte in der Gesamtgesellschaft?

Ein zweites interaktives Plakat zeigte in einer selbst programmierten Animation neue Entwicklungschancen durch Digitalisierung auf – vom bequemen Geldtransfer bis zu umfassender Smart Mobility. (Doku dazu wird noch ergänzt)

Ausstellung Juni 2018

Welche Rolle der tägliche Umgang mit smarten Geräten auf Wahrnehmung, Verhalten und Handeln hat, war ein Thema in der Schwarz-Weiß-Fotografie-Werkstatt. So versucht die Arbeit „Sichtwandel“ Wahrnehmung und Verhaltensmuster früherer Zeiten mit dem heutigen digilisierten Alltag zu vergleichen und fängt den Unterscheid z.B. im Bild der klopfenden neben der sms-schreibenden Protagonistin ein, die beide vor der Tür ihr Ankommen ankündigen. Auch die Fotoserie „Von Klasse zu Masse“ nimmt Entwicklungen auf, hier aus der Geschichte der Fotografie vom Foto als aufwendig erstelltem Unikat bis zur digitallen Massenware Bild/Schnappschuss. Die Serie „Entzug“ hinterfragt die Omnipräsenz digitaler Endgeräte und deren Einfluss auf Leben. Deren ständige Nutzung u.a. zur Selbstdarstellung greift „Fake Laugh“ auf. Vor dem Hintergrund von Kameratechnologien, die nach programmierten Vorgaben den Auslöse-Moment für die Foto-Aufnahme selbst bestimmen, stellt die Serie Fragen nach Autentizität und Inszenierung, nach inhaltlicher Tiefe und oberflächlicher Pose in der digitalen Gesellschaft. „blickBruch“ spiel dabei mit den Erwartungen der Betrachtenden und der Mischung von digitalen und analogen Techniken, die neue Realitäten entstehen lassen.

Fake News und Hate Speech standen im Mittelpunkt der inhaltlichen Auseiandersetzung in der Video-Werkstatt. Ein spannendes Skype-Interview mit Gilda Sahebi, Politikwissenschaftlerin und Journalistin war dabei Teil der Recherchen. Sie sprach u.a. über die No-hate-speech Kampagne gegen Hetze im Netz, die in Deutschland für den Europarat durch die Neuen Deutschen Medienmacher koordiniert wird. Aus ihren Recherchen und Diskussionen entwickelten die Teilnehmenden der Video-Werkstatt ihr eigenes Storyboard und setzten es um: „Peitsche in der Klemme“.

Weitere Fotos geben noch mehr Einblicke in die gemeinsame Arbeit und Freizeit dieser intensiven Seminarwoche.

"Wenn, dann, sonst?" Juni 2018

Das Seminar fand im Rahmen der Mitarbeit im Programm „Politische Jugendbildung im AdB“ in  der Projektgruppe „Digitale Medien und Demokratie“  statt.

Die Stiftung wannseeFORUM ist anerkannter Träger der Bundeszentrale für politische Bildung.

Anerkannter Bildungstraeger_cmyk_gr

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.