Am Freitag, dem 23.08.2019, wurde um 17:30 Uhr im Bürgerschaftssaal der Hanse- und Universitätsstadt Rostock die Fernsehstudiosendung „Lichtenhagen im Gedächtnis“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Sendung wurde im Rahmen des Gedenkens zum 27. Jahrestag des Pogroms von Rostock Lichtenhagen 1992 gezeigt.

Das Video ist das Ergebnis eines Kooperationsprojektes des Bereiches politische Jugendbildung mit dem Schwerpunkt „Erinnerung und Teilhabe“ beim Verein Soziale Bildung e.V. und dem Rostocker Offenen Kanal (rok-tv).

Im Praktikumsprojekt setzten sich zwischen dem 12. und 21. Juni elf Schüler*innen aus verschiedenen Rostocker Schulen intensiv mit dem Pogrom auseinander und produzierten eine Fernsehstudiosendung.

An der Präsentation im Rathaus nahmen ungefähr 50 Personen teil. Zunächst sprach Dr. Gudrun Heinrich (Universität Rostock) als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Gedenken Grußworte. Im Anschluss wurde das Projekt von Vertreter*innen von Soziale Bildung e.V. und dem Offenen Kanal (rok-tv) vorgestellt. Nach der fast 90-minütigen Sendung berichteten die Jugendlichen von ihren Erfahrungen aus dem Projekt in einem moderierten Gespräch.

Die Veranstaltung war für alle Beteiligten ein guter Abschluss, der einen weiteren Beitrag zur Erinnerung an das Pogrom in Rostock Lichtenhagen darstellt und insbesondere erinnerungskulturelle Fragestellungen thematisiert.

Informationen zum Projekt

Nachdem sich die Schüler*innen anfangs mit der Vorgeschichte zu den rassistischen Übergriffen auseinandersetzten, analysierten und diskutierten die Teilnehmenden anschießend das Kernereignis und die Rolle der verschiedenen Akteure vor, während und nach dem Pogrom.

Die Erkenntnisse wurden daraufhin in einem Stadtrundgang vertieft, der sich an den sechs dezentralen Erinnerungsorten des Kunstwerks „Gestern Heute Morgen“ orientierte. Die Schüler*innen recherchierten auf Basis von Archivmaterial aus dem Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ in Kleingruppen zu den Akteursgruppen bzw. Stelen der Künstler*innengruppe Schaum mit den Schwerpunkten „Politik“, „Selbstjustiz“, „Staatsgewalt“, „Medien“, „Gesellschaft“ und „Empathie“.

Die Erkenntnisse und Fragen wurden am Folgetag in einem Peer-to-Peer Stadtrundgang präsentiert und gemeinsam diskutiert. Ergänzt wurden die Ausführungen durch Interviewmaterial von der Künstlergruppe Schaum, die durch das Dokumentationszentrum erarbeitet wurden.

Nach der intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung wurde ein Grobkonzept für die angestrebte Studiosendung erarbeitet und sich auf Inhalte, Gäste und Interviews festgelegt, die Bestandteil der Sendung werden sollten.

Folgend machten sich die Teilnehmenden unter Begleitung von Medienpädagogen des Offenen Kanals mit Medientechnik vertraut. Mit diesem Wissen wurden Einspieler produziert und parallel wurde an der Feinkonzeption der Sendung gearbeitet. Nachdem sowohl der Ablaufplan als auch drei Einspieler finalisiert wurden, nutzte die Projektgruppe die letzten beiden Projekttage zur intensiven Vorbereitung der technischen und inhaltlichen Abläufe der Sendung.

Studiosendung

Am 21. Juni wurde dann die Studiosendung um 17:00 Uhr unter Begleitung durch die Schüler*innen organisiert, vorbereitet und aufgezeichnet.

Der entstandene Fernsehbeitrag eröffnet ein breites Bild mit vielfältigen Facetten hinsichtlich der Auseinandersetzung der Rostocker Stadtgesellschaft zu Fragen, die in Verbindung mit den rassistischen Ausschreitungen stehen und bis in die Gegenwart hinein hoch relevant sind.

Im Fokus der Sendung stehen die Nachgeschichte und erinnerungskulturelle Aspekte. Es kommen diverse Akteure zu Wort, die sich unter anderem über politische, pädagogische und künstlerische Zugänge den komplexen Fragestellungen nähern.

Im Rahmen der Studiosendung kommen folgende Personen zu Wort:

  • Dr. Wolfgang Nitzsche, 2014 – 2019 Präsident der Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock & Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gedenken
  • Imam-Jonas Dogesch, Mitglied des Migrant*innenrates und & Mitglied der Arbeitsgruppe Gedenken
  • Alexandra Lotz & Tim Kellner, Artist Collective SCHAUM
  • Dr. Gudrun Heinrich, Universität Rostock – Institut für Politik und Verwaltungswissenschaften
  • Doan Hoang Mai, seit 2015 Vorstand im Verein Diên Hông – Gemeinsam unter einem Dach e.V.
  • Christoph Schützler, Soziale Bildung e.V.
  • Mitarbeiter von LOBBI e.V.
  • Dr. Wolfgang Richter, Zeitzeuge und damaliger Ausländerbeauftragter der Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Link zur Studiosendung:

https://www.mmv-mediathek.de/play/28207-fernsehstudiosendung-lichtenhagen-im-gedaechtnis.html

Links zu Inhalten:

Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ – https://lichtenhagen-1992.de

Erinnerungsorte „Gestern Heute Morgen“ – http://www.rostock-lichtenhagen-1992.de/

Künstlerkollektiv Schaum – http://www.derschaum.de/

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